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WER JETZT NOCH AUF DEN BAU DER S7 HOFFT, HAT WOHL DEN VERSTAND VERLOREN !

Seit 1.1.2010 gilt in Österreich ein neuer strengerer Grenzwert für Feinstaub (PM 10): pro Jahr sind 25 Überschreitungen des Tagesmittelwertes von 50 Mikrogramm pro m3 erlaubt. Diese  Herabsetzung des Grenzwertes war dringend geboten: Feinstaub schädigt die Gesundheit aller Menschen, insbesondere der Kinder, kranken und älteren Personen. Die Lebenserwartung wird verkürzt, Herz- und Kreislauferkrankungen sowie Erkrankungen der Atemwege und reduzierte kognitive Leistungsfähigkeit von Kindern sind die Folge, ein Anstieg der Feinstaubbelastung führt schon nach wenigen Stunden zu erhöhter Sterblichkeit, wie zahlreiche Studien in den letzten Jahren belegt haben. Tausende Menschen in Österreich sind Opfer des Feinstaubs geworden.

Eine durch massive Feinstaubkonzentrationen betroffene Region im Grazer Becken ist auch das Gebiet der Bezirke Fürstenfeld und Jennersdorf, durch welche – ausgehend von der Südautobahn A 2 bis zur Staatsgrenze mit Ungarn - die Fürstenfelder Schnellstraße S 7 und bei  Heiligenkreuz eine gigantische Müllverbrennungsanlage errichtet werden sollen. Dem einfachen Hausverstand leuchtet ein, dass wesentlich mehr Verkehr und eine Müllverbrennungsanlage nur zu einer Verschlechterung der Luftgüte (wenn man bei der derzeitigen Situation überhaupt diesen Begriff verwenden kann) führen können.

Die Feinstaubsituation in Fürstenfeld hat sich trotz vollmundig angekündigter Maßnahmen in den letzten Jahren nicht verbessert:

Seit 1.1.2010 gab es in Fürstenfeld 28 (!) Überschreitungen des Tagesmittelwertes für Feinstaub, damit ist der Grenzwert für die Feinstaubbelastung nach dem Immissionsschutzgesetz-Luft überschritten !

Zur Erinnerung: Dass diese Überschreitungen jetzt überhaupt festgestellt werden können, ist dem energischen Auftreten der „Allianz gegen die S 7“ zuzuschreiben, die sich gegen das „Mauern“ verantwortungsloser KommunalpolitikerInnen in Fürstenfeld bei der Landespolitik durchgesetzt und die Errichtung einer stationären Luftgütemessstation in Fürstenfeld bewirkt hat !

Die Fürstenfelder Schnellstraße S 7 und die Müllverbrennung Heiligenkreuz  finden nach wie vor Gefallen bei den maßgeblichen PolitikerInnen: Die Gesundheit der Menschen ist demnach kein vorrangiges Anliegen für Bürgermeister, Landtags- abgeordnete und Landeshauptleute, sondern bloß Agieren im Interesse von internationalen Konzernen, Frächterlobbys  und Baufirmen auf Kosten und zum Nachteil der BürgerInnen der Region. Dass die EU-Kommission wieder einmal ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Österreich wegen Nichtbeachtung der EU-Vorschriften zur Reduktion der Feinstaubbelastung eingeleitet hat, offenbart das Versagen der Politik auf allen Ebenen !

Für die selbsternannte „Thermenhauptstadt“ Fürstenfeld, das Thermenland insgesamt und das Südburgenland („Ein Stück vom Paradies“) bleibt der verheerende Eindruck, dass Werbeslogans eine Realität herbeizaubern sollen, die es so nicht gibt: Transitverkehr und Mülltourismus, somit Dreck, Lärm und Gestank  haben in Wahrheit Vorrang vor Ruhe, sauberer Luft und sauberem Wasser !  

Festzuhalten ist auch, dass im Burgenland eine rasch verfügbare und korrekte (Online) Veröffentlichung der Luftgüte-Messdaten (wie in der Steiermark) nicht erfolgt. Die besorgten BürgerInnen des Burgenlands haben somit aufgrund des skandalösen Fehlverhaltens der politisch Verantwortlichen nicht einmal die Möglichkeit, sich umfassend über die Luftgütesituation anhand von Messwerten zu informieren; insbesondere der Landeshauptmann, dem nach der Referatseinteilung der Burgenländischen Landesregierung die Zuständigkeit für den Bürgerinnen- und
Bürgerservice zukommt, hat Handlungsbedarf !