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Hom01In den Pannonischen Tips breiteten RegionalpolitikerInnen aller Couleur aus den Bezirken Güssing und Jennersdorf ihre Meinungen zur geplanten Fürstenfelder Schnellstraße S7 aus: der Wahlkampf für die am 31.5.2015 stattfindende Landtagswahl beflügelte die vorhandene intellektuelle Leistungsfähigkeit der befragten Parteifunktionäre und ließ ihre Aussagen überwiegend in eine undifferenzierte Bejahung dieses Vorhabens ausarten.

Hom06Die Grenzen beschränkten Erkenntnisvermögens durch parteipolitischen Kadavergehorsam geistig „erblindeter“ PolitikerInnen wurden wieder einmal offengelegt. Die Fahnenträger der Umweltzerstörung in der Region aus den Reihen der SPÖ und ÖVP negieren in erschreckender Weise die durch zahlreiche wissenschaftliche Studien längst belegten negativen Auswirkungen des Baus hochrangiger Straßen: dass es immer weniger Nahversorger, immer weniger Handwerksbetriebe, immer weniger Schulen, immer weniger Polizeiinspektionen, immer weniger Postämter (und damit dauerhaft ortsgebundene Arbeitsplätze) am „Lande“ gibt, lässt die autozentrierten Gehirne immer weiter in die Spirale sinnloser Ausweitung der Infrastruktur für den motorisierten Individualverkehr schlittern.

Hom05Das ständig gedroschene Arbeitsplatzargument wird angesichts der nackten Fakten und Zahlen zum peinlichen Blindgänger: es gab noch nie so viele Autobahnen und Schnellstraßen in Österreich, aber auch noch nie eine so hohe Arbeitslosenquote, die aktuell (April2015) auf 10,7 Prozent angestiegen ist.

Hom08Völlig ausgeblendet haben die befragten SPÖ-ÖVP-PolitikerInnen die Frage der Finanzierung der geplanten S7: dass die Asfinag mehr Schulden hat als das Land Kärnten an Haftungen für die verblichene Hypo-Alpe-Adria ausweisen muss, stört die Schuldenmacher im Südosten Österreichs überhaupt nicht. Gerne macht man für die geplante S7 als angeblich heilsbringende Maßnahme der Regionalentwicklung weitere Schulden und degradiert sich derart zum weiteren willigen Protektorat der längst unkontrollierten Finanzindustrie und der von ihr abhängigen Konzerne.

Keine Erwähnung in ihrem tendenziösen Schönreden der geplanten S7 fand auch, dass allein durch den Abschnitt West Böden im Ausmaß von 80 Hektar der Landwirtschaft für immer verloren gehen; etwa 43 Hektar werden dauerhaft versiegelt, neun Hektar vorübergehend verdichtet und 102 Hektar werden in ihrem Bodenausbau verändert: angesichts solcher Fakten im Jahr des von der UNO-Generalversammlung erklärten „Jahr des Bodens“ von „wirtschaftlichem Aufschwung“ zu reden, deckt die leeren Worthülsen parteipolitischer Propaganda nochmals auf.

Hom07Bürgerinnen und Bürger in den Orten entlang der geplanten S7 haben sich in vielen Volksbefragungen nach den Volksrechtegesetzen der Steiermark und des Burgenlandes eindeutig gegen die geplante S7 ausgesprochen: dies schert die befragten SPÖ-ÖVP-KandidatInnen um einen Sitz im Burgenländischen Landtag schon gar nicht, denn schließlich verdanken sie ihre politische (und damit oft verbunden: wirtschaftliche) Existenz ihrer Partei und nicht der Wertschätzung der Bürgerinnen und Bürger. Deutlicher kann sich die Arroganz und Abgehobenheit dieser politischen Eliten wohl nicht mehr ausdrücken.