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hom02Im November 2012 haben AktivistInnen der BürgerInneninitiative „Allianz gegen die S7“, nachdem mit dem (wie man heute weiß: damals widerrechtlichen) Zerstörungswerk der Asfinag durch Schlägerungs- und Rodungsarbeiten im Bereich der Trasse der geplanten Fürstenfelder Schnellstraße S7 im Edelseewald begonnen worden war, ein Kreuz als Symbol der Bewahrung der Schöpfung aufgestellt.

Stitched PanoramaAngelehnt an die Botschaft des Papstes Benedikt XVI. vom 8.12.2009 zur Feier des Weltfriedenstages (nachfolgend auszugsweise zitiert) vermeinten diese Bürgerinnen und Bürger, unter dem Zeichen des Kreuzes ihrer Besorgnis um den Erhalt ihrer Umwelt, nämlich der Unversehrtheit des Edelseewaldes, Ausdruck verleihen zu können:

„Willst du den Frieden fördern, so bewahre die Schöpfung.

Wir alle sind für den Schutz und die Bewahrung der Schöpfung verantwortlich. Diese Verantwortung kennt keine Einschränkungen.

Eine Aufgabe der Sensibilisierung und der Schulung kommt besonders den verschiedenen Einrichtungen der Zivilgesellschaft und den Nicht-Regierungs-Organisationen zu, die sich entschieden und großzügig für die Verbreitung einer ökologischen Verantwortung einsetzen.

Die Kirche trägt Verantwortung für die Schöpfung und ist sich bewußt, daß sie diese auch auf politischer Ebene ausüben muß, um die Erde, das Wasser und die Luft als Gaben Gottes, des Schöpfers, für alle zu bewahren und vor allem um den Menschen vor der Gefahr der Selbstzerstörung zu schützen.“

Stitched PanoramaIm Zuge der von der Asfinag seit der zweiten Jahreshälfte 2015 betriebenen Fortsetzung des Zerstörungswerkes im Edelseewald durch weiträumige Schlägerungen und Rodungen wurde auch das deutlich sichtbare Kreuz (Größe etwa 1,5 Meter) von seinem Aufstellungsort entfernt und - nicht nur bildlich - „in den Dreck gezogen“ und dadurch unbrauchbar gemacht.

Stitched PanoramaDie bedenkliche „Lagerung“ des Kreuzes - im ausschließlichen Verantwortungsbereich der Asfinag - das den Gegenstand der Verehrung sämtlicher christlicher Kirchen in Österreich bildet, hat berechtigtes Ärgernis unter jenen hervorgerufen, die unter dem Zeichen des Kreuzes ihrem berechtigten Engagement um den Erhalt ihrer Umwelt, insbesondere im Edelseewald, Ausdruck verliehen haben.

HOM06Die BürgerInneninitiative „Allianz gegen die S7“ wird jedenfalls - dieser tief verletzende „Kollateralschaden“ für einen geplanten (unnotwendigen!) Autobahnbau kann nicht stillschweigend hingenommen werden - die zur Strafverfolgung zuständige Behörde über diesen Sachverhalt mit dem Ersuchen informieren, das Vorgehen der Asfinag in Hinblick auf die Tatbestände der „Herabwürdigung religiöser Lehren“ (§ 188 Strafgesetzbuch) und „Schwere Sachbeschädigung“ (Sache, die der Verehrung durch eine im Inland bestehende Kirche oder Religionsgesellschaft gewidmet ist -§ 126 Abs. 1 Z 1 Strafgesetzbuch) zu überprüfen.

Darüber hinaus wird wieder einmal klar, dass die von der Asfinag im August 2014 dem Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (BMVIT) für den Fachbereich Raum und Umwelt vorgelegte Gegenüberstellung „UVP und Ist-Zustand 2014“ - wie bereits in der Vergangenheit aufgezeigt - lückenhaft ist: das deutlich erkennbare Kreuz im Edelseewald als Kulturgut im Sinne des § 1 Abs. Z 1 lit. d UVP-G 2000 wurde nicht erwähnt.

HOM03Diese Oberflächlichkeit und/oder Sorglosigkeit wiederholt sich in der vom BMVIT erstellten „Stellungnahme der UVP-Sachverständigen zu den von der Projektwerberin vorgelegten Unterlagen zur Aktualität des Einreichprojektes “ vom November 2014, deren Grundlage augenscheinlich die völlig kritiklose Übernahme der von der Asfinag gelieferten mangelhaften Aktualisierung der Verfahrensunterlagen war.

HOM07Dass unter solchen Voraussetzungen von den Politikern auf allen Ebenen - auch von jenen, die einer angeblich christlich orientierten Partei angehören - sogar die Herabwürdigung des wichtigsten christlichen Symbols für den geplanten Bau der sinnlosen Fürstenfelder Schnellstraße S7 in Kauf genommen wird, kann als besonders augenscheinlicher Akt von Barbarei nur verurteilt werden.

Die Kleine Zeitung berichtet

KlZtg-2016-01-20-01-800