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Zahllose Reflexionen zum Untergang der Bundes-Grünen liegen in Print- und digitalen Medien seit dem Wahlsonntag vor. Zumeist wird die allgemeine Symptomatik eines sich auflösenden Systems (im Vordergrund: Rauswurf junge Grüne, Glawischnigg Rücktritt, Peter Pilz Abspaltung) selbstverliebter grüner ProtagonistInnen beschrieben und – wie einige nun bekennen – zu spät kritisiert.

Die Bürgerinitiativen „BIGAS-Bürgerinitiative gegen Abfallschweinerei“ und „Allianz gegen die S7“ konnten schon vor Jahren erfahren, dass grüne PolitikerInnen an der Bewahrung einer lebenswerten Umwelt im Feistritz- und Lafnitztal kein Interesse hatten:

Die Umweltsprecherin der Grünen (zugleich Bezirkssprecherin der Grünen im Bezirk Jennersdorf) Christiane Brunner erhob in einer österreichweiten Aussendung allmachtsphanasiebegabt die Forderung, eine Demonstration in Ungarn (!!!) gegen die damals geplante Müllverbrennung Heiligenkreuz zu verbieten und absentierte sich, als dies kritisiert wurde, in der Folge von der weiteren Tätigkeit der Bürgerinitiativen;

Grüne PolitikerInnen aus der Steiermark und dem Burgenland (Lambert Schönleitner, Michel Reimon, Regina Petrik) suchten überhaupt keine Fortsetzung der mit ihren Vorgängern begonnenen konstruktiven Zusammenarbeit, um die umweltschädigenden Vorhaben Müllverbrennung Heiligenkreuz und Fürstenfelder Schnellstraße S7 zu verhindern.

Konkrete Einzelfälle, die allerdings nicht nur Zweifel an der Glaubwürdigkeit einer konsequenten grünen Haltung, sondern überhaupt am Inhalt grüner Politik abseits persönlichen Karrierestrebens in einer ohnehin von politischen Karrieristen anderer Parteien und fragwürdigen Interessensvertretern geprägten Parallelwelt hervorriefen.

Wenn nun krampfhaft ein Comeback des Aktionismus oder bedauernd das Ende grüner Umweltpolitik (jenes gepaart mit einer hoffentlich nicht bloß dem WählerInnenfang geschuldeten Selbstkritik, dieses befreit von jeder selbstkritischen Betrachtung) ausgerufen wird, so überrascht unter dem Aspekt der in den letzten Jahren gewonnen Erfahrungen nicht, dass diese Stimmen – Werner Kogler, Christiane Brunner – gerade von jenen erhoben werden, denen es wohl zuzumuten gewesen wäre, sich mit den Bürgerinnen und Bürgern zwischen Riegersdorf und Heiligenkreuz tatsächlich für Klimaschutz und gegen die Schadstoffbelastung von Luft und Wasser, gegen Bodenverbrauch gekoppelt mit Bodenversiegelung, gegen zusätzliche Lärmbelastung sowie gegen Gefährdung der regionalen Wirtschaft zu engagieren.

Übrig geblieben sind die umweltbewussten Bürgerinnen und Bürger: aber nicht erst seit dem 15. Oktober 2017, sondern bereits seit mehreren Jahren durch die Abgehobenheit der Grünen und durch ihre mangelnde Dialogfähigkeit außerhalb ihrer abgeschotteten Zirkel.

 

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