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Die „Allianz gegen die S7“ hat seit Beginn der breiten Diskussion im Jahre 2004 rund um die geplante Fürstenfelder Schnellstraße S7 darauf hingewiesen, dass der Bau einer Transitautobahn mannigfache negative Eingriffe in bestehende Strukturen der Region bringen wird. Die Klärschlammverbrennungsanlage in Großwilfersdorf, die derzeit Gegenstand massiver Proteste aufgrund ihrer Geruchsbelästigung ist (Kleine Zeitung vom 9.8.2013: Bewohnern von Hainfeld stinkt es gewaltig), wurde unter Hinweis „auf die Nähe zur künftigen Fürstenfelder Schnellstraße S7“ geplant, genehmigt und errichtet.

Diese Warnungen der „Allianz gegen die S7“ sind bei den politisch Verantwortlichen dank ihres von jeglicher Vernunft entblößten Jubelgeschreies „net amol ignoriert“ worden, doch je länger die Planungsphase für diese „hochrangig“ umweltzerstörende Autobahn andauert, umso deutlicher treten die Schäden am Lebens- und Wirtschaftsraum der Region zu Tage:

Stitched Panorama

Aktuell sind bei erstinstanzlichen Behörden und Berufungsbehörden drei Verfahren anhängig, die die Errichtung von Schotter- und Kiesgewinnungsanlagen im direkten Zusammenhang mit der geplanten Fürstenfelder Schnellstraße S7 zum Gegenstand haben: So soll im Edelseewald (zwischen Jobst und Großwilfersdorf) eine 13 Hektar große Fläche unmittelbar östlich der geplanten Trasse gerodet und unter Senkung des Niveaus im Ausmaß von etwa sieben Metern der Schüttmaterialgewinnung für die Errichtung der geplanten S7 zugeführt werden; in Kalsdorf, etwa zwei Kilometer von der geplanten S7 sollen 15 Hektar landwirtschaftliche Fläche der Schotter- und Kiesgewinnung zum Opfer fallen und nun ein etwa zweieinhalb Hektar großes Waldgebiet unmittelbar östlich der Südautobahn A2 und unmittelbar südlich der geplanten S7 in Riegersdorf.

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Der unmittelbare Zusammenhang mit der geplanten Fürstenfelder Schnellstraße S7 ergibt sich aus den Angaben der jeweiligen Projektwerber in ihren Verfahrensanträgen und wird durch die räumliche Nähe zur geplanten S7 eindrucksvoll dokumentiert: damit sind aber nach den eindeutigen Bestimmungen des Umweltverträglichkeitsprüfungsgesetzes die Umweltauswirkungen dieser Vorhaben jenen der geplanten S7 zuzurechnen: denn „die unmittelbaren und mittelbaren Auswirkungen“ eines Vorhabens (§ 1 Abs.1 Z 1 UVP-G 2000) sind „festzustellen, zu beschreiben und zu bewerten“.

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Dies ist bisher nicht erfolgt, obwohl selbst für einen Laien evident ist, dass schwerwiegende Eingriffe im Ausmaß von ca. 30 Hektar (davon die Hälfte als Beseitigung von Waldbeständen) in die Natur- und Kulturlandschaft in unmittelbarer Nähe zur geplanten S7, die ihrerseits einen 15 Kilometer dauerhaften Todesstreifen samt doppelten „Eisernen Vorhang“ durch die als „Thermenland“ beworbene Region legen soll, von erheblicher Bedeutung sein müssen.

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Zusätzlich zu den bereits im „Thermenland“ (Nach Eigendefinition: Die regionale Vernetzung und die Entwicklung von Angeboten in den Bereichen Gesundheit, Wellness, Kulinarium und Bewegung in der Natur sind unsere Arbeitsschwerpunkte) bestehenden Schotter- und Kies- Gewinnungs- bzw. Verarbeitungsanlagen, die mit ihren weithin sichtbaren Narben an der Oberfläche und (bei trockenem Wetter) mit ihren Staubfahnen sowohl eine „Verschandelung“ des originären Landschaftsbildes als auch eine Staub- und Lärmbelastung herbeiführen, werden die neu beantragten Anlagen im Falle der Bewilligung eine weitere Verschlechterung der Lebensqualität für die Bewohnerinnen und Bewohner des Thermenlandes und seiner Gäste herbeiführen: die Vernichtung wertvoller Naherholungsräume, die Zerstörung von Lebensräumen für besonders geschützte Tier- und Pflanzenarten und der Vandalismus am Landschaftsbild des Thermenlandes können aber nicht hingenommen werden.

Die Primitivität und der Zynismus der Argumente, mit welchen PolitikerInnen, Sachverständige und Behörden die berechtigten Sorgen und Bedenken jener Betroffenen abschmettern, die durch die geplante S7, im Zusammenhang mit dieser geplante oder schon errichtete Vorhaben (Klärschlammverbrennungsanlage, 28 Hektar Glashaus Bierbaum) und die nunmehr geplanten „Schottergruben“ in ihrer Lebensführung unmittelbar beeinträchtigt werden, erschüttert diese oftmals noch mehr als die Vorhaben selbst.

Wer allerdings - wie PolitikerInnen, Sachverständige und Behörden - vermeint, im Thermenland durch „Ausgleichsmaßnahmen“ die großflächige Beseitigung von Wald- oder Kulturflächen mit weitgehender dauerhafter Versiegelung des Bodens „zu einem hohen Schutzniveau für die Umwelt in ihrer Gesamtheit“ für die Zukunft beizutragen, ist längst jener armseligen Arroganz verfallen, die sie zuverlässig als Handlanger einer an Ausbeutung von Mensch und Natur agierenden, ausschließlich an Gewinnmaximierung ausgerichteten Wirtschaft demaskiert.

 

 

Fürstenfeld, am 9.8.2013